Der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) hat festgestellt, das Sie Pflegegrad 3 haben. Für Menschen wie Sie, die zuhause wohnen, sieht das Pflegeversicherungsgesetz diverse Leistungen vor, um Ihnen den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu erleichtern.

 

Übersicht über Ihre Ansprüche nach der gesetzlichen Pflegeversicherung

1. häusliche Pflegehilfe - monatlich 1298 €

2. Entlastungsleistungen - monatlich 125 €

2. Verhinderungspflege - jährlich 1612 €

3. Pflegehilfsmittel - monatlich 40 €

4. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 16.000 €

5. kostenfreie Pflegekurse für Angehörige



häusliche Pflegehilfe nach § 36 SGB XI - 1298 € monatlich

 

monatlich steht Ihnen ein Betrag von 1298 € zur Verfügung, der dafür verwendet werden kann beim Pflegedienst Ihrer Wahl Leistungen wie körperbezogene Pflegemaßnahmen, Hilfe bei der Haushaltsführung und/ oder pflegerische Betreuungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen.


Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI - 125 € monatlich

 

Wenn wir Sie z.B. bei einem Spaziergang begleiten, Ihnen aus der Zeitung vorlesen oder Ihnen bei Ihren Einkäufen helfen besteht die Möglichkeit, sich einen Teil der Kosten von der Pflegeversicherung erstatten zu lassen - und zwar bis zu 125 € monatlich.

 

Wichtig: Eine Auszahlung des Anspruchs ist nicht möglich, wenn keine entsprechenden Kosten für die Beauftragung eines Pflegedienstes oder einer anderen Pflegeeinrichtung entstanden sind! 


Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI - 1612 € jährlich

 

Wenn Sie durch Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Personen seit mindestens 6 Monaten gepflegt werden und diese mal "verhindert" sind, z.B. wegen Krankheit oder Urlaub, haben Sie einen Anspruch auf Verhinderungspflege. Verhinderungspflege können Sie stunden- oder tageweise bis zu sechs Wochen im Jahr bei uns in Anspruch nehmen.

 

Wichtig: Eine Auszahlung des Anspruchs ist nicht möglich, wenn keine entsprechenden Kosten für die Beauftragung einer Ersatz-Pflegekraft bzw. eines Pflegedienstes entstanden sind!


Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 1-3 SGB XI - 40 € monatlich

 

Sie haben einen Anspruch auf Versorgung mit so genannten "zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln", wie z.B. Einmalhandschuhe und Inkontinenzmaterialien. Die angeschafften Pflegehilfsmittel müssen zur Erleichterung Ihrer Pflege oder zur Linderung Ihrer Beschwerden beitragen. Selbstverständlich werden nur die Kosten erstattet, die Ihnen auch tatsächlich entstanden sind.

 

Wichtig: Notwendige Pflegehilfsmittel wie z.B. Rollstühle, Rollator und Pflegebetten können Ihnen auf Antrag zur Verfügung gestellt werden. - Eine Begrenzung der Höhe der Kosten, die hierdurch entstehen können, gibt es grundsätzlich nicht.


Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 abs. 4 SGB XI - bis zu 16.000 €

 

Die Pflegekassen können Ihnen finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung Ihres individuellen Wohnumfeldes gewähren. Als Beispiel seien hier technische Hilfen im Haushalt (z.B. Treppenlift) oder bauliche Maßnahmen (z.B. Verbreiterung von Türrahmen, so dass ein Rollstuhl hindurch passt) genannt.

 

Die Höhe des Betrags, der für die Leistungen auf Kosten der Pflegeversicherung aufgewendet werden kann, beläuft sich grundsätzlich auf bis zu 4.000 € pro Maßnahme

 

Wichtig: Voraussetzung ist - neben dem Pflegegrad I -  dass durch die Maßnahme im Einzelfall Ihre häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder Ihre möglichst selbstständige Lebensführung wieder hergestellt wird.

 

Die Pflegekasse übernimmt auf Antrag die Erstattung der entstandenen Kosten - bis hin zum oben genannten Betrag.


Pflegekurse für Angehörige nach § 45 SGB XI

 

Ihre Angehörigen oder andere Personen, die Sie unterstützen, können Kurse besuchen, in denen sie lernen, was sie für die Praxis Ihrer Pflege und Betreuung wissen müssen.

 

Zu den Einzelheiten der Schulungsangebote beraten wir Sie gerne.

 

Wichtig: Die Kosten für die Schulung übernimmt Ihre Pflegekasse vollständig. - Für Sie und Ihre Angehörigen entstehen insofern keinerlei Kosten.